Trotz Erkältung in den Urlaub

Wer kennt das nicht: Die Nase läuft, der Hals schmerzt und der Kopf droht zu platzen. Man hustet sich die Lunge aus dem Leib und möchte am liebsten überhaupt nicht mehr schlucken.

Offensichtlich hat man hat sich eine Erkältung eingefangen oder auch etwas genauer, einen grippalen Infekt.
Erwachsene sind zwischen zwei und fünf Mal im Jahr davon betroffen, Kinder erkranken dagegen fast sieben bis zehn Mal innerhalb eines Jahres. Wird ein Arzt konsultiert, so verlassen in 70-90% aller Fälle die Patienten mit einer akuten Rhinosinusitis, wie Entzündungen der Nasennebenhöhlen auch im Fachjargon genannt werden, die Praxis mit einem Rezept für ein Antibiotikum. Dagegen sind die häufigste Ursache für eine akute Rhinosinusitis vor allem Viren, insbesondere Rhino- und Parainfluenzaviren. Hier hilft ein Antibiotikum, das sich gegen bakterielle Erreger richtet, jedoch recht wenig und ist mit Hinblick auf Resistenzbildung der Erreger auch nicht in jedem Fall eine sinnvolle Therapieoption.

Manchmal erwischt einen die Erkältung aber zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt, wie beispielsweise in folgender Situation: Der Urlaub ist seit Langem geplant, den Flug haben Sie vor Wochen gebucht und vor der Abreise trifft Sie die Erkältung. Man möchte möglichst schnell und effektiv gegensteuern, nur was hilft wirklich? Beschränken sich die Symptome auf eine laufende Nase, Schmerzen im Kiefer, ein Druckgefühl im Gesicht oder auch Riechstörungen, so ist die Wahrscheinlichkeit für akute Rhinosinusitus recht hoch. Hier empfiehlt sich die Einnahme von Schmerzmitteln wie Paracetamol, Ibuprofen oder ­Diclofenac – diese sind in der Apotheke frei erhältlich. Zudem lindern abschwellende Nasentropfen das Druckgefühl im Kopf und erleichtern die Nasenatmung, allerdings sollten diese Tropfen nur für sieben bis zehn Tage angewendet werden.

Die Behandlung einer Erkältung mit Salzlösungen, die das Nasensekret verdünnen und die Nasenschleimhaut abschwellen lassen sollen, sind zwar bei chronischen, nicht jedoch bei akuten ­Rhinosinusitiden sinnvoll. Studien zeigten, dass Salzwasser hier ebenso wie Emser Salz oder Leitungswasser keine therapeutischen Effekte erzielen konnte.
Das Inhalieren von ätherischen Ölen, wie Menthol, oder auch warmer Dämpfe verschafft subjektiv häufig eine Linderung des allgemeinen Krankheitsgefühls, jedoch konnte dafür bisher ebenfalls keine objektive Verbesserung nachgewiesen werden.

Eine Antibiotika-Therapie ist bei Erkältungen dagegen erst dann indiziert, wenn starke Beschwerden, Fieber über 38,3° C und drohende Komplikationen bestehen oder der Patient unter entzündlichen Erkrankungen der Lunge leidet. Auch ­immunsupprimierte Patienten sollten als Risikopatienten im Falle einer Erkältung mit Antibiotika behandelt werden. Liegen bei Ihnen also solche Beschwerden vor, so empfiehlt sich ein Arztbesuch vor Urlaubsantritt in jedem Fall.

Falls sich parallel zum allgemeinen Krankheitsgefühl Beschwerden wie starke Schmerzen, Nasenbluten und Schwellung im Bereich von Stirn und Auge auftreten oder auch Sehstörungen und Taubheitsgefühle im Bereich von Wange und Kinn einstellen, so ist ein Arztbesuch ebenfalls dringend erforderlich.

Ansonsten ist es natürlich bei einer Erkältung immer hilfreich, seinem Körper möglichst viel Ruhe zu gönnen und ausreichend zu trinken – geeignet sind dabei vor allem Tee und Mineralwasser. Im besten Fall klingt die Erkältung so zeitnah wieder ab und einem erholsamen Urlaub steht nichts mehr im Wege.

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