Eine verschleppte Grippe kann nicht nur lästig, sondern auch richtig gefährlich sein. Die Grippe wird durch Influenzaviren ausgelöst und geht mit charakteristischen Symptomen wie plötzlichem Krankheitsbeginn, hohes Fieber, Schüttelfrost, allgemeine Abgeschlagenheit, Gliederschmerzen, Müdigkeit und Appetitlosigkeit einher.

Unter der “echten Grippe” versteht man nur die durch Influenza A oder B Viren ausgelöste Grippe. Umgangsprachlich werden zwar auch andere grippale Infekte dazu gezählt, diese werden aber durch andere Viren ausgelöst und verlaufen meistens harmloser. Eine Grippe ist keine Erkältung! Erkältungen werden durch Bakterien ausgelöst, Grippe durch Viren!

Gefahren

Eine verschleppte Grippe ist meistens selber nicht gefährlich. Die Grippe-Viren sind oftmals nach etwa einer Woche vom Immunsystem erfolgreich bekämpft und der Patient behält eine Immunität gegen den Virus. Gefährlich ist nur die Zeit zwischen Krankheitsbeginn und Krankheitsende. In dieser Zeit ist das Immunsystem so sehr mit den Viren beschäftigt, dass es allgemein geschwächt ist. In dieser Situation können sich Bakterien im Körper ansiedeln, die zu einer sogenannten Sekundärinfektion, also im weiten Sinne, einer verschleppte Grippe, führen.

Verschleppte Grippe

Da das Immunsystem geschwächt ist, können so Bakterien, die sonst keine Erkrankung auslösen würden oder nur einen milden Verlauf hätten, zu einem gefährlichen Problem werden. Bevorzugterweise setzen sich diese Bakterien am Herzen ab, genauer genommen an den Herzklappen. Hier kann die verschleppte Grippe zu einer Endokarditis führen, also einer Entzündung des Herzens. Eine Endokarditis ist ein lebensbedrohlicher Zustand, der meistens durch eine verschleppte Grippe ausgelöst wird.

Entzündung des Herzen

Die Entzündung des Herzen wird zunächst nicht bemerkt. Eine allgemeine Abgeschlagenheit und ein Leistungsknick werden vom Patienten als “harmlos” eingestuft und als “verschleppte Grippe”-Symptom identifiziert. In Wirklichkeit jedoch sind dies erste Anzeichen des Herzversagens. Die Entzündung der Herzklappen kann die Klappen komplett zerstören, sie werden insuffizient und das Blut wird nicht mehr kontrolliert gepumpt. Es kommt zu einem Blutstau in die Lungen, da hier der Druck kleiner ist als im großen Körperkreislauf. Durch diesen Rückstau des Blutes in die Lungen entsteht in den Lungen Flüssigkeit. Es kommt zum Lungenödem. Der Patient hat in diesem Stadium Atemnot und Husten. Die verschleppte Grippe ist in diesem Sinne keine Grippe mehr sondern eine systemische Erkranung des Herzens geworden, die jedoch nicht mehr von Viren, sondern von Bakterien bestimmt ist.

Herzstillstand

Wenn der Patient auch jetzt nicht zum Arzt geht, weil er die Symptome nicht Ernst nimmt oder immer noch meint, es sei nur die verschleppte Grippe, droht das akute Herzversagen. Denn durch den Rückstau des Blutes wird das Herz belastet. Es muss immer mehr Volumen gegen ein erhöhten Druck pumpen. Die Herzkammern werden größer, genau so wie die Herzvorhöfe. Das Resultat kann der plözliche Herztod durch Herzstillstand sein. Im sehr fortgeschrittenem Stadium hilft dem Patienten nur noch eine Herztransplantation. Eine reine Rekonstruktion der Herzklappen kann nicht mehr ausreichen, wenn das restliche Herz schon beschädigt ist. Wenn man sich also unsicher ist, ob man eine Grippe hatte oder ob man wohlmöglich eine “verschleppte Grippe” hat, sollte man immer zum Arzt gehen! Eine verschleppte Grippe ist ein ernst zunehmender Zustand!

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